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IFS Leitfaden
#1
Hallo zusammen,
im letzten Jahr wurde ein IFS Leitfaden - Schädlingsbekämpfung erarbeitet und für teures Geld vorgestellt. Der Leitfaden "war jedoch noch nicht fertig, und sollte nachgereicht werden". Jetzt ist fast ein Jahr vergangen. IFS 7 meldet sich an. Kommt dieser Leitfaden noch?? Und wenn ja, hat er noch Gültigkeit (in Hinsicht auf den neuen IFS 7)?
Hat jemand etwas gehört?

Bisdenndann

Peter
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#2
Keine Ahnung... da ich beim IFS "raus" bin (haben andere Zertifizierungen) verfolge ich den IS auch nicht mehr so.

Gruss
Saftschubse
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#3
Einen wunderschönen guten Abend,

Auf der Internetseite des IFS ist derzeit kein Verweis auf den Leitfaden zu finden. Aber in dem Erarbeitungsgremium sind aber auch Personen, die Du gut kennen müsstest. Vielleicht können diese Dir Informationen geben.
"Wenn Du das Umögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist" Sir Arthur Canon Doyle
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#4
Einen wunderschönen Nachmittag wünsche ich euch,

Unser Vorsitzender hat es geschafft, auf der letzten Messe für Schädlingsbekämpfer in Bremen ein oder mehrere Exemplare des IFS-Leitfadens für Schädlingsbekämpfung zu ergattern. Da er mir freundlicherweise ein Exemplar überlassen hat, will ich unserem gemeinnützigen Gedanke frönen, und euch über die Inhalte dieses Dokuments informieren.

WICHTIG: Bitte nehmt mir meine vereinzelt humoristischen Formulierungen nicht übel. Der Text stellt ausschließlich meine persönliche Meinung dar, nicht die Meinung des Vereins und auch nicht die Meinung der Verfasser des IFS-Leitfadens. Alle Zitate, die keine weitere Quellenangaben enthalten, sind aus dem leitfaden. So, genug ge-Gutenberg-t.

Los geht's:
Ich denke, im Fazit kann ich sagen, dass er keine überraschenden Dinge enthält, dass ein Nichtkennen des Leitfadens nicht zu einer falschen Umsetzung der Schädlingsbekämpfung oder zu schwerwiegenden Abweichungen im nächsten IFS-Audit führen würde - schwieriger Satz Icon_smile

Interessant sind folgende Dinge:
a) Der Vertrag mit dem Schädlingsbekämpfer bezieht auch eventuelle Kundenanforderungen mit ein. Das heißt, wenn ich als Bio-Bäcker einen Kunden habe, der eine ausschließlich biologische Schädlingsbekämpfung gegen meine Lästlinge die Ratten wünscht, dann darf ich nicht mit SGARs arbeiten. Was ich dennoch tun kann, weiß ich leider nicht. Aber ich habe die Hoffnung, dies am 21. April in Mühlhausen zu erfahren (offene Fachkreistagung). Und am 20. April werden wir bestimmt einige biologische Methoden praktisch austesten. Übrigens dieses Jahr findet die Tagung in eine ****-Sterne-Hotel statt. @Vorstand: Wir steigern uns.  Tongue

b) Der IFS geht davon aus, dass im QM-Review auch das Schädlingsmonitoring besprochen wird. Grundsätzlich kann ich diesen Ansatz nachvollziehen, sehe es aber als inkonsequent an. Wenn ich dies als "Vollständigkeit" erwarte, dann müsste auch ein Resümee des Glas- und Hartplastikmanagements im Review enthalten sein, da auch dieses wie die Schädlingsbekämpfung ein PRP ist. Auf der anderen Seite kann natürlich auch die Diskrepanz dadurch entstanden sein, dass die Begriffe "Schädlingsbekämpfung" und "Schädlingsmonitoring" im Leitfaden nicht korrekt verwendet werden. Es ist natürlich nachvollziehbar, dass bei dem Auftreten eines Befalls ein Einschätzung der Befallssituation, der eventuellen Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit und die Wirksamkeit der Bekämpfungsmaßnahmen ausgewertet müssen. Aber nimmt mensch die Definitionen der DIN 10523 zur Erklärung heran, dann stellt das Schädlingemonitoring ein Teil der Schädlingsbekämpfung dar. Der Begriff "Schädlingsbekämpfung" ist daher losgelöst von der zeitlich begenzten Situation des "Befalls" zu sehen. Diesem alternativen Ansatz widerspricht leider das Glossar, in welchem die oben genannte DIN-Norm als Definition zitiert wird. Dadurch ist der Leitfaden aber auch ideal, weil mensch so etwas preisgünstiger an die Definitionen kommt, als ob mensch sich die Norm ersteht. 

Anmerkung: "Schädlingsüberwachung" - ist lt. Glossar als "Synonym mit Monitoring" zu verstehen. Könnte das im Umkehrschluss heißen, dass mensch, als das Kapitel der 6-er Version geschrieben wurde, die Norm "Schädlingsbekämpfung in Lebensmittelbetrieben" noch gar nicht gelesen hatte? ;-)

Zurück zum Punkt b) Ich halte es für problematisch, dass das QM-Review, welches eigentlich zur Information der Geschäftsleitung über die Entwicklung des QM-Systems im Unternehmen in einem festgelegten Zeitraum dient, alle Auswertungen der notwendigen Präventionssysteme und der Guten-Herstel-Praxis enthält. Dies würde die Funktion des QM-Reviews aus meiner Sicht untergraben. Ich halte es diesbezüglich immernoch mit Eisenhower "Was nicht auf einer einzigen Manuskriptseite zusammengefasst werden kann, ist weder durchdacht noch entscheidungsreif."

c) Interessant ist die aufgeführte Interpretation auf S. 16, dass "... bei einer akuten Maßnahme von längstens 35 Tagen ist es ausreichend die Anzahl der Köder und Fallen für einen begrenzten, abgeschlossenen Raum zu dokumentieren." Das heißt, die Forderung meines Auditors, ich müsste auch bei einer Bekämpfung über Nacht die Stellplätze der Monitore in einem Plan aufzeichnen ist ... FALSCH.

d) Nicht ganz durchdacht ist die Aussage zum Punkt 4.13.4 "...ausreichende Zahl (Anm. bezieht sich auf Köder, Fallen und Insektenvernichter - der Autor) bedeutet ... dass das Auftreten der Schädlinge frühzeitig erkannt wird bzw. vorhandene Schädlinge schnell und sicher gefangen werden." Streng ausgelegt würde dies bedeuten, dass eine Bekämpfung im Innenbereich mit Tox-Ködern vom IFS nicht mehr gewollt ist und wir mit Fallen arbeiten müssten. Ich denke, dass würde ich dennoch lieber aktiv mit dem Auditor diskutieren, bevor ich es wirklich umstelle.

e) Gut für Betriebe finde ich die Aussage zum Punkt 4.13.6: "... das Auftreten auf einem unkritischen Niveau zu halten." Das bedeutet, das Auftreten einzelner Organismen ist zulässig, solange dies für die Hygiene des Unternehmens unkritisch ist.

f) Worauf ich bisher nicht geachtet habe, sind so die verknüpften Themen. 
Bsp. 1) Im Punkt 4.9.3.2 wird gefordert, dass "... Drainage ist leicht zu reinigen ..." - In diesem Leitfaden wird dies untermauert mit "... die Reinigung der Drainage muss in kürzeren Intervallen erfolgen, als der Lebenszyklus der erwarteten Schädlinge ...". Das heißt für mich in der Konsequenz, dass ich im Reinigungsplan auch ein Reinigungsintervall für tiefergehende Anflüsse benötige. Aber der zweite Punkt ist, welche Generationszeit haben Obstfliegen? HILFE?

g) Interessant ist, dass auf S 27 folgende Anmerkung hinterlegt ist:
"Wichtiger Hinweis: Sowohl das Unternehmen als auch der Dienstleister müssen im Voraus eine Risikobewertung durchführen, um zu entscheiden, welche Maßnahmen notwendig sind ..." - Eigentlich bedeutet dies, dass das Unternehmen im Vorfeld entscheiden muss, welche Schädlinge der Schädlingsbekämpfer in das Monitoring implementieren soll und das dies auch dokumentiert ist. Die vom Schädlingbkämpfer zu Beginn der Schädlingebekämpfung angefertigte Analyse scheint alleine nicht mehr auszureichen. Ich denke aber, dass dies in der Praxis nicht umsetzbar ist, da ich als Unternehmen in der Regel die dafür notwendige Fachkompetenz nicht besitze. Jetzt sagt der IFS ja im Standard, dass, wenn diese Fachkompetenz noch nicht im Unternehmen vorliegt, sich das Unternehmen eine externe Hilfe holen soll. Dies wäre dann aber wieder der Schädlingsbekämpfer. Oder ein neuer Schädlingsbekämpfer?"

Naja, wieder viel Diskussion. Unser Vorsitzender hat mir aber auch verraten, dass er versucht, einen Referenten zu diesem Thema zu gewinnen. Ich würde mich freuen. Gerne aber auch hier im Forum viele Diskussionen.
"Wenn Du das Umögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist" Sir Arthur Canon Doyle
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